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Unsere Geschichte

Südafrika

 

In Südafrika steht die Wiege unserer Kongregation. Am 30. März 1889 kam eine Gruppe von acht jungen Schwestern in Oakford, einer verlassenen Farm etwa 40 Kilometer nördlich von Durban, an. Sie sollten einer kleinen Gemeinschaft von geretteten und befreiten Sklaven nicht nur religiöse, sondern auch allgemeine Bildung vermitteln. Die Schwestern stellten sich dieser neuen Herausforderung und antworteten auf die aktuelle Notsituation mit ihrem ganzen Einsatz.

Die Missionsstation „Oakford Priory“ entwickelte sich und bezog auch die Menschen der Umgebung mit ein. Aus dem Nichts und unter sehr ärmlichen Verhältnissen entstanden dort Schulen, die Generationen von Kindern unterschiedlicher kultureller Herkunft eine Schulbildung vermittelten, ein Kindergarten, eine ambulante Klinik, ein kleines Altenheim und, natürlich, eine blühende Landwirtschaft, die die ganze Missionsstation versorgte. Oakford Priory wurde auch der Sitz des Mutterhauses einer neuen Kongregation, die heute offiziell als „Dominikanerinnen der Heiligen Katharina von Siena, von Oakford, Natal“ bekannt ist. Schon bald nach der Gründung Oakfords, zogen die Schwestern im Geiste des Heiligen Dominikus aus und gründeten viele neue Missionsstationen.  

Schließlich  gingen die Schwestern auch in Städte wie Pretoria, Johannesburg, Durban, Empangeni und Pietermaritzburg, um Entbindungsheime, Schulen, Mädchenwohnheime und ein Altenheim zu gründen, die zunächst der weißen Bevölkerung dienten, aber auch zur finanziellen Unterstützung der vielen Missionsstationen beitrugen.

Das kirchliche Verständnis von „Mission“ hat sich geändert. Die sozio-politische Lage in Südafrika hat sich verändert. Die Zahl der jungen, aktiven Schwestern ist stark zurückgegangen. Jede Schwester versteht ihre „Mission“ als „Sendung“ zu den Menschen, zu denen Gott sie schickt und mit denen wir zusammenarbeiten.

Die Zeit der großen Institutionen ist vorbei. Die Schwestern arbeiten heute in kleinen Gruppen oder einzeln unter und mit den Menschen – beweglich, dort einzuspringen, wo die Not am größten ist.

Deutschland

 

In den ersten Jahren der Kongregation in Oakford gingen deutsche Schwestern, die in Südafrika lebten, nach Europa, um Kandidatinnen für die Missionen zu werben. Diese wurden anfänglich per Schiff direkt zum Mutterhaus in Südafrika gesandt, um dort ihre klösterliche Ausbildung im Postulat und Noviziat zu erhalten. Zwischen 1890-1912 waren es beispielsweise 67 Frauen, die ihre neue Heimat in Afrika suchten. Vom Hafen in Durban ging die Fahrt mit Ochsenwagen in das etwa 40 km entfernte Oakford weiter.

Da es sehr kostspielig und kompliziert war, diese jungen Frauen sofort nach Afrika zu schicken, wurde 1909 das Noviziat in Neustadt am Main zur Ausbildung junger Schwestern eröffnet. Damals lebten in Neustadt nur wenige Schwestern mit Ewiger Profess, um Ausbildung, Verwaltung, Haushalt und Landwirtschaft zu leiten, während alle anderen Schwestern in der Regel sofort nach der Ersten Profess nach Südafrika entsandt wurden - manchmal sogar vorher! Das bedeutete Abschied von Familie und Freunden für das Leben, denn vor dem Zweiten Vatikanum gab es keine Möglichkeit für Schwestern, auf Urlaub nach Hause zurückzukehren. Die jungen Frauen, die bis Ende der 1960er Jahre eintraten, taten dies mit der klaren Absicht, für den Rest ihres Lebens in die südafrikanischen Missionen zu gehen.

Während der 1950er Jahre gab die politische Situation in Südafrika Anlass zur Sorge, dass die Apartheid-Regierung aufhören würde, jungen Missionarinnen die Einreise zu erlauben, daher suchte die Kongregation nach weiteren Möglichkeiten für die Mission, die die Schwestern in Deutschland ausüben könnten.

In den 70er Jahren entstand, in Zusammenarbeit mit Caritas, auf dem Gelände der ehemaligen Benediktinerabtei ein Rehabilitätszentrum für psychisch kranke junge Menschen. Lange Jahre waren die Schwestern in der Leitung und in der Therapie tätig.

 

Hier in der Festbroschüre  zum 125jährigen Jubiläum der Kongregation können Sie weitergehende Informationen zur Geschichte der Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena, Oakford, Natal, nachlesen.

Das Haus auf dem Volkersberg in der Rhön wurde 1921 als Ausbildungsstätte für junge Missionarinnen erworben und ist seit 1956 Jugend- und Erwachsenenbildungshaus der Diözese Würzburg. Unsere Schwesterngemeinschaft war in der Bildungsarbeit, der Hauswirtschaft, der Verwaltung des Hauses sowie im Dienst der Pfarrgemeinde und der Wallfahrtskirche tätig. Die letzten Schwestern wurden 2013 vom Volkersberg zurückgezogen.

 

 

 

 

Als die Stadt Flörsheim am Main im Jahre 1956 eine Ordensgemeinschaft suchte, die das städtisches Krankenhaus übernehmen würde, entschloss sich die Ordensleitung in Südafrika das Gesuch anzunehmen und einige Krankenschwestern dort einzusetzten. Im Laufe der vergangenen fünfzig Jahre wuchs die Kommunität zeitweise bis zu über zwanzig Schwestern an. 2003 wurde das Krankenhaus der Marienhaus GmbH angegliedert. Heute lebt eine kleine Gemeinschaft unserer Schwestern in einem angrenzenden Wohnhaus in Flörsheim. Sie engagieren sich im pastoralen Dienst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Dominikanerinnenkloster St. Josef in Dieβen am Ammersee war über hundert Jahre lang eine selbständige Gemeinschaft, ursprünglich eine Filiale des Dominikanerinnenklosters in Landsberg am Lech, das wiederum eine Gründung des Klosters St. Ursula in Augsburg war. 1950 hatten die Schwestern eine Realschule eröffnet, die später »Liebfrauenschule« genannt wurde. Im Zuge der Neuorientierung nach dem 2. Vatikanischen Konzil schlossen sich die Schwestern in Dieβen im Jahr 1967 der Kongregation von Oakford an; beide Gemeinschaften hatten ihre Wurzeln in St. Ursula in Augsburg. Eine Reihe junger Schwestern, die für die Arbeit in der Mission ausgebildet waren, haben im Lauf der vergangenen 30 Jahre dort in der Liebfrauenschule unterrichtet, manche von ihnen, nachdem sie einige Jahre in Südafrika tätig gewesen waren. Die Schule wurde 2003 dem Schulwerk der Diözese Augsburg übergeben und genieβt weiterhin einen ausgezeichneten Ruf. 2008 verlieβen die letzten beiden Schwestern die Schule und gingen in den Ruhestand. Ende 2019 wurde das Kloster St. Josef in Dieβen an ein Säkularinstitut verkauft.

England

 

1921 kamen die ersten vier Schwestern in Chingford in der Nähe von London an, um dort junge Frauen, vornehmlich aus England und Irland, auf ihren missionarischen Dienst in Südafrika vorzubereiten.  
Die lokale Bevölkerung profitierte ebenfalls von den Dominikanerinnen. Im Laufe der Jahre wurden weitere Konvente in England eröffnet. Die Schwestern widmeten sich verschiedenen Aufgaben, u.a. im pädagogischen und seelsorglichen Bereich, in der Jugendbildung und in der Betreuung alter Menschen in einem Seniorenheim.

Heute wohnen noch zwei Schwestern in einem Seniorenheim in der Nähe von Pinner, wo sie betreut und regelmäβig von Schwestern der Kongregationsleitung besucht werden. Sie widmen sich dem Gebet für die Anliegen der Menschen und der Kongregation.

Swasiland

 

1931 wurden fünf Schwestern nach Bremersdorp (später umbenannt in „Manzini“) gesandt. Die Schwestern waren an zukunftsweisender Bildungsarbeit für die Swasis beteiligt – zunächst unter einem Baum.  Dieser Einsatz wurde weiterentwickelt und „St. Teresa“ wurde eine der besten Schulen im Land, in der viele Kinder und Enkelkinder des Königs unterrichtet wurden.
Auf Wunsch des örtlichen Bischofs widmeten sich zwei der Schwestern der Formation einheimischer Schwestern für die Diözese.
Die Schwestern wurden Ende 1992 aus Swasiland zurückgezogen. Die Schule wurde dem Bistum übergeben und das Kloster an den Bischof verkauft.

USA

 

Die ersten Oakford-Dominikanerinnen kamen 1955 in den USA an. Sie waren zunächst im St. Albert Studienhaus der Dominikaner eingesetzt. Die Schwestern kamen jung, voller Energie und mit einem Traum in Oakland, Kalifornien, an: sie träumten davon, eines Tages ein Ausbildungshaus zu gründen, um junge Schwestern auf die Missionsarbeit in Lateinamerika vorzubereiten.

Die Anfänge waren nicht einfach. Die Arbeit unter den jungen Ordensbrüdern erwies sich über die Jahre als äußerst fruchtbar. Die jungen Dominikaner schätzten das starke Glaubenszeugnis, das die Schwestern in ihr Leben und ihre Sendung brachten.

Durch die Verbindung der Kongregation mit St. Albert hatten mehrere Schwestern über die Jahre die Möglichkeit zu theologischen Studien. Als die südafrikanische Regierung den Schwestern, die zum Unterrichten in der Mission bestimmt waren, Einreisegenehmigungen verweigerten, boten die Dominikanerinnen von San Rafael unseren deutschen Schwestern Stipendien an ihrer Universität in Kalifornien an. Jahrelang erhielten so unsere jungen Schwestern aus Deutschland tertiäre Ausbildung an der dominikanischen Universität von San Rafael.

Im Laufe der Jahre erweiterte sich das apostolische Umfeld der neuen amerikanischen Region hauptsächlich in Kalifornien. Als Schwestern nach neuen Apostolaten unter den ärmeren Menschen suchten, wurden in Arizona mehrere kleinere Kommunitäten gegründet.

Italien

 

1970 erwarb unsere Kongregation in Rom ein Haus „Regina Angelorum“ in der Nähe der Basilika „Santa Maria Maggiore“. Das Haus diente als Gästehaus für Pilger und als ein Haus für unsere studierenden Schwestern. Es diente auch als internationales Studienhaus für die Dominikanische Familie, für Sabbat- und Formationsprogramme. 1994 wurde das Haus verkauft.

 

Argentinien/Misiones


Auf Einladung von Bischofs Kemerer, Diözese Posadas, eröffnete unsere Kongregation 1974 zunächst ein Haus in 25 De Mayo. 1984 wurde in Obera ein Novitiatsgebäude errichtet, in dem 1986 die ersten jungen Frauen ausgebildet wurden. 1989 wurde in Panambi ein Vor-Noviziat eröffnet. Die Apostolate unserer Schwestern erstreckten sich auf Missions- und Gemeindearbeit, Krankenpflege, Gesundheitspflege, Sozialarbeit, Akltenpflege und pastoralen Dienst. Die Oakford Dominikanerinnen verließen Argentinien im März 2003.