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Aktuelles

Gerufen, dem Auftrag verpflichtet zur Jugend- und Frauenbildung in Dießen

Abschied und Neubeginn in Dießen

Abschied und Neubeginn in Dießen

Pfarrer Josef Kirchensteiner hielt den Dankgottesdienst in St. Stephan.

Pfarrer Josef Kirchensteiner hielt den Dankgottesdienst in St. Stephan.

Dominikanische Erinnerungen

Dominikanische Erinnerungen

Dominikanische Erinnerungen

Dominikanische Erinnerungen

Dominikanische Erinnerungen

Dominikanische Erinnerungen

An das Dominikanerinnenkloster Landsberg richtete die „Königliche Regierung von Oberbayern“ im Jahre 1854 eine offizielle Bitte um Entsendung von Schwerstern zum Aufbau einer Mädchenschule in Dießen. Dieses Ansuchen wurde unterstützt von Bezirksamtmann Karl von Nagel und dem Dießener Pfarrer Atterer. Nach Beratungen und Planungen wurde ein erster Schwesternkonvent im sogenannten „Prälatenhaus“ errichtet. Die Landsberger Schwestern kauften das Haus als Filiale des Klosters, jedoch waren für Schulräume und Räume für einen Kindergarten Umbauten erforderlich.

1867 begann der Unterricht in der Mädchenvolksschule

1867 nahmen drei Schwestern den Unterricht für Mädchen in der Volksschule auf, es folgten Schwestern für gesonderten Handarbeitsunterricht sowie für den Kindergarten. 1895 wurde das Filialkloster selbstständiges Kloster: „Dominikanerinnenkloster St. Joseph Dießen“.

Weitere Entwicklungen waren eine gewerbliche Fortbildungsschule sowie ein Mädcheninternat für Schülerinnen aus der näheren Umgebung. Den vielfältigen Anfragen nach Frauenbildung entsprachen die Schwestern durch die Eröffnung einer Näherei, Stickerei und Paramentenwerkstatt, sie waren Meisterinnen und bildeten Lehrlinge in diesen Berufen aus.

Schwestern engagieren sich dort, wo es Not zu lindern galt

Eine Nähschule und Haushaltungsschule leiteten sie in Dießen und Utting. Kirchlich, sozial und kulturell wirkten die Schwestern darüber hinaus in vielen Bereichen. Sie engagierten sich dort, wo es Not zu lindern galt und still geholfen werden musste.

Erinnert sei hier in besonderer Weise an die Ehrenbürgerin des Marktes Dießen, Sr. Aquinata Schnurrer, bekannt als Heimatforscherin und Autorin.

1950 erfolgte – wieder auf Anregung der Landesregierung – die Errichtung einer dreistufigen, staatlich anerkannten Mädchenmittelschule. Erste Rektorin war Sr. Aquinata Schnurrer, ihr folgte 1953 Sr. Gertrudis Sigllechner nach.

Sechsstufige Realschule wurde ausgebaut

Die Schulentwicklung verlief rasant, die Nachfrage für eine Aufnahme in die Schule war groß. Bauliche Erweiterungen waren für den Ausbau der vierstufigen Realschule erforderlich. Das Kloster entschloss sich, für die weitere Entwicklung der Schule zur sechsstufigen Realschule durch einen Neubau an andrem Ort Platz zu schaffen. Der Umzug in die Rotterstraße 8b (Klosterhof 7) erfolgte 1993.

Altersgerechte Entfaltung junger Menschen zu Gemeinschaftsfähigkeit und sozialer Verantwortung

In all den Jahren ging es der Schwesterngemeinschaft darum, jungen Menschen eine fundierte und gediegene Ausbildung zu vermitteln auf der Grundlage christlicher Werteorientierung und dem Bemühen um eine altersgerechte Entfaltung junger Menschen zu Gemeinschaftsfähigkeit und sozialer Verantwortung. Gabriele Wolf war bis zum Jahr 2007 die letzte klösterliche Rektorin.

Dankenswerterweise hat das Schulwerk der Diözese Augsburg die Schule im Jahr 2003 in ihre Trägerschaft übernommen. Die Ausrichtung der Schule steht in der Fortsetzung unseres Wertekanons. Wir sind dafür der Schulleitung, insbesondere Frau Theresia Wilhelm und dem Lehrerkollegium sehr dankbar, ebenso dem Förderverein der Schule und dem Ehepaar Sattler.

Wir schauen dankbar, jedoch nicht ohne Trauer und Abschiedsschmerz zurück

Altersbedingt, jedoch auch aus finanziellen Erfordernissen, mussten wir unser Dießener Kloster zum Jahresende 2019 schließen. Unsere zuletzt hier lebenden Schwestern bedürfen inzwischen (sie sind mittlerweile fast alle über 80 Jahre alt) neue Pflege- und Betreuungsformen. Diese sind in unserem Provinzhaus Neustadt am Main gegeben. Einige Schwestern benötigen spezielle Pflege im nahe gelegen Caritas Pflege- und Seniorenzentrum in Lohr. Sehr dankbar, jedoch nicht ohne Trauer und Abschiedsschmerz, schauen wir auf unser 170-jähriges Leben und Wirken als Dominikanerinnen in Dießen zurück.

Viele Schwestern haben dazu beigetragen durch diverse Dienste, auch wenn dies in dieser Kurzbeschreibung nicht gebührend gewürdigt werden kann. „Laudare – benedicare – praedicare“ lautet unser dominikanisches Motto, das heißt „Gott loben, segnen, verkünden“. Sowie „veritas“, das heißt „der Wahrheit dienen“.

Schwester Dagmar Fasel

 

Am 8. März wurden Sr. Christiane Sartorius, Sr. Imengard Götte und Sr. Dagmar Fasel – als Vertreterinnen der Missionsdominikanerinnen – im Rahmen eines Dankgottesdienstes in der Pfarrei St. Stephan verabschiedet. Sr. Irmengard ist noch die einzige "echte" Dießener Schwester, sie ist dort in den Orden eingetreten und mit kleinen Unterbrechungen fast 55 Jahre in Dießen gelebt. Pfarrer Josef Kirchensteiner hielt den Dankgottesdienst in St. Stephan. Er würdigte das Wirken der Dominikanerinnen und dankte ihnen herzlich für ihren segensreichen Einsatz in Dießen.

Religiöse Frauengemeinschaft ,,Cruzadas de Santa Maria" übernimmt Kloster St. Josef

Seit Kurzem befindet sich im Kloster St. Josef eine neue Geistliche Gemeinschaft: Katholisches Säkularinstitut ,,Cruzadas de Santa Maria". Diese religiöse Frauengemeinschaft wurde 1971 in Spanien gegründet und untersteht direkt dem Papst in Rom. Drei Frauen leben nun im Kloster St. Josef.

Die Gemeinschaft möchte das Kloster für Familien und Jugendliche nutzen, die Glauben in der Gemeinschaft erleben wollen. Die Mitglieder der „Cruzadas de Santa Maria“ wollen ein gottgeweihtes Leben inmitten der Welt führen. Sie tragen kein besonderes Erkennungszeichen. Die Mitglieder leben in kleinen Gemeinschaften und gehen ganz gewöhnlich ihrem Berufsleben nach. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Erziehungs- und Bildungswesen.

Fotos und Repro: Sr. Christiane