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Sie nahm und nimmt die Herausforderungen der Zeit stets an

Sr. Dagmar feierte am 11. Juni 2023 ihren 80. Geburtstag

Sr. Dagmar (rechts) zusammen mit (von links) Sr. Hilke, Pater Udo Küpper OSB und Sr. Christiane

Am Sonntag, 4. Juni 2023, feierte Sr. Dagmar Fasel OP ihren 80. Geburtstag. Sie war und ist in ihrem Ordensleben stets unterwegs, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen.

Seit bald 60 Jahren gehört Sr. Dagmar unserer Ordensgemeinschaft an. Während ihres Klosterlebens hat sie unterschiedliche und verantwortungsvolle Leitungsdienste wahrgenommen und stellte sich als Provinzpriorin und als Kongregationspriorin unserer Ordensgemeinschaft mutig und mit Weitblick allen gegebenen Herausforderungen.

Sr. Dagmar wurde 1943 in Köln geboren und trat 1964 im Missionshaus St. Josef in Neustadt am Main in unsere Kongregation ein. 1966 legte sie - gemeinsam mit vier Mitschwestern - ihre Erste Profess ab.

Sie wirkte mit beim Aufbau und der Erstellung des Konzeptes für das Reha Zentrum Haus St. Michael

Sie wirkte ab 1975 maßgeblich mit beim Aufbau und der Erstellung des Konzeptes für das Reha Zentrum Haus St. Michael in Neustadt, in dem sie von 1977 bis 1995 als Sozialpädagogin und Therapeutin arbeitete und welches sie von 1995 bis 1997 verantwortlich leitete.

Innerhalb unserer Kongregation war sie von 1992 bis 2004 Provinzpriorin für Deutschland. Während dieser Zeit sorgte sie sich unter anderem für den Fortbestand unserer Institutionen. So überführte sie das Marienkrankenhaus in Flörsheim und die Mädchenrealschule in Dießen am Ammersee in neue Trägerschaften.

Von 2004 bis 2011 war sie Kongregationspriorin der Oakford Dominikanerinnen

2004 übernahm sie bis 2011 das Amt der Kongregationspriorin der Dominikanerinnen der HL. Katharina von Siena von Oakford Natal mit Sitz in Bedfordview (Südafrika).

Danach nahm sich Sr. Dagmar eine Sabbatzeit und übernahm im März 2012 mit dem damals neu geschaffenen Referat für die Koordinations- und Fachstelle Prävention sexualisierte Gewalt im Bistum Würzburg, eine weitere verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe.

Von 2012 bis 2017 arbeitete sie im Referat für die Koordinations- und Fachstelle Prävention sexualisierte Gewalt im Bistum Würzburg

Die Präventionsarbeit gilt der Vorbeugung von sexueller Gewalt an Kindern, jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen im kirchlichen Bereich und kann und soll wesentlich dazu beitragen, dass Fälle von sexuellem Missbrauch künftig verhindert werden", umriss Sr. Dagmar damals ihre neue Aufgabe.

Bis 2017 arbeitete sie in diesem Bereich und trug in ihrem Amt dazu bei, das notwendige Problembewusstsein zu stärken, verlorengegangenes Vertrauen wiederzugewinnen und allen mittel- und unmittelbar Betroffenen so gut wie möglich zu helfen. „Ich fühle mich dabei dem Weg zur Heilung und Erneuerung verpflichtet“, erklärte sie den Schwerpunkt ihrer Arbeit.

Sie war aktiv am Verkaufsprozess unseres Klosters St. Josef in Dießen am Ammersee beteiligt

Danach wurde Sr. Dagmar im Jahr 2017 nach Dießen am Ammersee versetzt. Dort war sie aktiv am Verkaufsprozess unseres Klosters St. Josef beteiligt. Im Jahr 2019 ließ sie Schwester um Schwester ins Kloster in Neustadt oder in das Caritas Seniorenzentrum St. Martin in Lohr umziehen und blieb als einzige bis zur Übergabe im Dezember 2019 alleine in Dießen. Sr. Dagmar verantwortete das Sortieren und Leeren des Klosters in Dießen um es dann geordnet an die neuen Eigentümer übergeben zu können. „Das war eine großartige Leistung von ihr“, sagt Sr. Christiane.

Sr. Dagmar war und ist stets unterwegs und bereit, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen. Anlässlich eines Interviews zum 100-jährigen Bestehen des Klosters St. Josef in Neustadt im Jahr 2009 sagte sie: „Das ist auch das Kennzeichen des Dominikanerordens. Sich nicht an einem Ort festzumachen, sondern unterwegs zu sein zu neuen Aufgaben und andere zu befähigen, diese zu übernehmen und sich selbst wieder einzusetzen an neuen Orten. Immer nahe wieder an den Nöten der Menschen zu sein im religiösen und sozialen Bereich. Das bedeutet, sich zu verändern und sich wieder den neuen Aufgaben zuzuordnen und neue Ideen zu haben.“

Goldene Profess im Jahr 2016 - zusammen mit Sr. Marcella und Sr. Marie-Christopher

2016 feierte sie ihr goldenes Professjubiläum zusammen mit Sr. Marcella und Sr. Marie-Christopher, die zusammen mit ihr 1964 in unsere Gemeinschaft eintraten. Sr. Dagmar, die seit 2020 in Lohr in einer Wohnung der Gemeinschaft lebt, hat sich auch jetzt noch nicht in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Sr. Dagmar engagiert sich im Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Michael in Lohr

Weiter unterwegs auf ihrem Weg engagiert sie sich im Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Michael in Lohr, ist als Lektorin und Kommunionhelferin eingeplant. Sie übernimmt hin und wieder aus gegebenem Grund eine Predigt und unterstützt in der Liturgie und bereitet im Team Gebetsstunden und Andachten vor. Zudem besucht sie regelmäßig unsere Mitschwestern, die im Caritas Seniorenzentrum St. Martin in Lohr gepflegt werden, bringt ihnen die Krankenkommunion und ist auch Mitglied im Heimausschuss des Caritas Seniorenzentrums.

Unser Weg ist es, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen. Das erfordert Veränderung und manchmal auch die Aufgabe von etwas anderem“, sagt sie. „Unser Bestreben ist es, beweglich, verfügbar und sendungsbereit zu sein für Aufgaben, die vor uns liegen. Aus diesem Geist der Offenheit versuchen wir dem, was sich uns als Aufgabe zeigt, in einer Zeit zu entsprechen und das, was wir als Ordensmitglieder tun können, zu tun.“

Ihren runden Geburtstag feierte Sr. Dagmar mit ihrer Familie, mit ihren Geschwistern, Nichten und Neffen und deren Familien und mit ihren Mitschwestern in der Seniorenresidenz Kist.

Text Martina Schneider
Fotos Sr. Marie-Luise Faupel OP