Zum Hauptinhalt springen
Suchformular

Archiv

Abschied von Koinonia

Wandteppich: der Auferstandene

Wandteppich: Muttergottes mit Kind

Blick vom Garten

Madonna von Koinonia

Rosenkranz-Fenster

Derzeit hat die Kongregation keine eigenen Schwestern, die die Einrichtung hätten verwalten können. Wir sind dankbar für den Beitrag, den die Schwestern, die in Koinonia lebten und arbeiteten, zur Sendung der Kongregation und zum Leben der Kirche geleistet haben. In den letzten zwanzig Jahren war Sr. Jacqueline als Verwalterin fast gleichbedeutend mit Koinonia.

Seit etwa 90 Jahren engagierten wir uns in Koinonia, ursprünglich bekannt als „Mazenod“. Damals wurden die  Schwestern eingeladen, das Wohnheim des Katholischen Frauenbundes von Johannesburg zu leiten. Innerhalb weniger Jahre erwarb die Kongregation das Anwesen vom Katholischen Frauenbund und bot jungen Frauen, die in der rasant wachsenden Stadt arbeiteten und daher nicht zu Hause wohnen konnten, weiterhin Unterkunft.

„Mutter Angela" war ein bekannter Name in den Tagen, als wir mehrere Wohnheime für junge Frauen in Johannesburg, Pretoria und Durban verwalteten. Einige der jungen Bewohnerinnen traten der Kongregation bei, und einige Bewohnerinnen lebten weiterhin bei den Schwestern, auch als sie nicht mehr ganz so jung waren!

In den frühen 1970er Jahren wurde in Koinonia das nationale Hauptquartier der „Christian Life Movement" und der „Christian Life Groups" eingerichtet. So begann dort ein neuer Fokus auf die von Jesuiten inspirierte Exerzitienarbeit mit Schulgruppen, Pfarrgruppen sowie Universitäts- und Studentengruppen.

Junge Leute versammelten sich für Wochenenden und längere Exerzitien, einige von ihnen in Koinonia und andere an verschiedenen Orten im ganzen Land. Die Exerzitienleiter und Moderatoren waren Mitgliedern verschiedener im südlichen Afrika tätiger Ordensgemeinschaften. Sie hatten wiederum Zugang zu Schulen und Pfarreien in den Gebieten, in denen ihre Ordensgemeinschaften lebten und arbeiteten.

Für die Apartheid-Regierung in Südafrika in den 1970er und 1980er Jahren waren die Mitarbeiter aus verschiedenen Rassen, ebenso wie die Teilnehmer an den Exerzitien, die als „Koinonumens“ bekannt waren, ein Dorn im Auge. Koinonia wurde von der Sicherheitspolizei angesichts der verschiedenen Menschen, die auf dem Grundstück lebten, arbeiteten und es besuchten, besonders überwacht!

Später begann Koinonia als Exerzitien- und Konferenzzentrum zu arbeiten, und im Laufe der Zeit kamen seine TeilnehmerInnen aus verschiedenen Kirchen und Nichtregierungsorganisationen. Koinonia war ein wunderbarer Ort für Tagesgruppen sowie für Menschen, die Workshops, Schulungen, Gemeindekapitel oder Ruhe und Zeit zum Gebet suchten. Einige Dominikanerinnen, die an verschiedenen Institutionen in Johannesburg studierten oder irgendwo in der Stadt arbeiteten, gehörten auch zeitweilig zur Koinonia Kommunität.

Koinonia hat eine interessante Architekturgeschichte. Anscheinend wurde das ursprüngliche Gebäude im Jahr 1902 erbaut. Eine Geschichte besagt, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt der österreichischen Botschaft gehörte, eine andere, dass es einem Arzt gehörte. Tatsächlich befindet sich im Speisesaal über einem ehemaligen Kamin ein medizinisches Emblem.

Im Laufe der Jahre wurden Veranden zugebaut und größere Räume in kleinere unterteilt, um Schlafzimmer anstelle der Schlafsäle zu ermöglichen. Die in den frühen 1950er Jahren erbaute Kapelle wurde nach dem zweiten Vatikanischen Konzil auch umgebaut. Zum Zeitpunkt der Umstellung von „Mazenod“ auf „Koinonia“, wurden über einem Tennisplatz eine Halle und zusätzliche Schlafzimmer gebaut. Die Schwestern selbst zogen aus einem Schlafsaal in kleine Schlafzimmer im Klosterbereich des Hauses.

Groβe Veränderungen ereigneten sich auch in der Nachbarschaft von Bezuidenhout Valley und Judiths Paarl, den beiden angrenzenden Vororten, in die Koinonia fällt. Um die Wende des 20. Jahrhunderts, als Johannesburg im Goldrausch wuchs und expandierte, war die Umgebung von Menschen besetzt, die versuchten, ihr Vermögen mit Gold zu machen. Es gibt noch einige schöne Häuser aus dieser Zeit, aber viele andere wurden vernachlässigt und verfielen.

Die Demografie der Nachbarschaft änderte sich, und viele chinesische und portugiesische Familien zogen ein, darunter einige Ladenbesitzer, Handwerker und Gärtner. Die örtliche Pfarrkirche „Holy Angels“, nur wenige hundert Meter von Koinonia entfernt, zählte viele chinesische und portugiesische Familien zu ihren Gemeindemitgliedern.

Bereits vor dem Ende der Apartheid wurde das Wohngebiet um Koinonia zu einer sogenannten „Grauzone“, was dazu führte, dass Menschen, die früher außerhalb der Stadtgrenzen von Johannesburg wohnen mussten, allmählich einzogen. Nachdem die Grenzen Südafrikas nach 1994 geöffnet worden waren, kamen Flüchtlinge, Asylsuchende und Wirtschaftsmigranten aus ganz Afrika und aus anderen Ländern hinzu. In der Gegend um Koinonia leben heute Menschen aus ganz Südafrika und Afrika.

Wir freuen uns, dass die meisten Möbel und vieles mehr an die Diözese Dundee gegangen sind, um dort das neue „Pastoralzentrum Pax Christi“ einzurichten. Die markanten Wandteppiche von Ernest und Jo Ullmann, die seit ihrer Eröffnung die Koinonia-Halle zierten, finden im Marienheiligtum in Magaliesburg in der Erzdiözese Johannesburg ein neues Zuhause, ebenso die von unserer Sr. Liboria Menke geschaffenen Madonna von Koinonia.

Sr Alison Munro, OP

März 2020

Eine ehemalige Kursteilnehmerin hat Koinonia so bewertet:
„Schönes Exerzitienhaus! Außergewöhnliche Gastfreundschaft, Sorgfalt und Liebe zum Detail. Die Mahlzeiten waren super! Die Kapelle spektakulär ... (Wir) hatten eine wundervolle Zeit des Segens und der Salbung! Vielen Dank an Sr. Jacqui und ihr Team.“

Als Kongregation danken wir allen Schwestern, die in Koinonia über 90 Jahre lang gebetet und gewirkt haben. Wir danken für das Gute, das hier auch in schwierigen Zeiten geschehen ist und beten, dass der Same weiterhin gute Frucht bringt.

Adieu, Koinonia!